"Nehmt euch das zu Herzen": Frau findet Brief ihres 13-Jährigen Ichs und rechnet mit ihren Mobbern aus der Schule ab

“Hier schreibt die Anni von Dienstag. Wie geht es dir heute? Ich hoffe besser, als mir jetzt” – so lauten die ersten Zeilen eines Briefs, den eine Userin bei Twitter veröffentlicht hat. Auf einer Klassenfahrt hat die damals 13-Jährige offensichtlich einen Brief an ihr zukünftiges Ich geschrieben. Doch der Brief lässt vermuten, dass die Schulzeit für “Dinkelzuffer”, wie sie sich bei Twitter nennt, so gar nicht idyllisch war. Der Grund: Mobbing.Mobber konfrontierenPrinz Pi über Mobbing 13.14″Ich weiß, ich habe manchmal das Gefühl dass die ganze Klasse glücklicher wäre, wenn ich einfach von der Burgmauer in den Graben springe und ertrinke”, schreibt die junge Anni ihrem zukünftigen Ich. “Dann müssen sie sich einen neuen zum Ärgern suchen und ich wäre für immer frei.” Doch das wolle sie ihren Eltern nicht antun – und sei stattdessen weiter nett zu allen, in der Hoffnung, dass es besser werde. Alle Kinder sollten damals einen Brief an sich selbst schreiben, den sie dann ungeöffnet zurückbekamen. So fand sie ihn schließlich nach Jahren wieder auf dem Speicher und entschied sich, ihre Mobber damit zu konfrontieren. “Nehmt euch das zu Herzen, sofern ihr eins habt”, schreibt sie am Ende ihres Tweets.Dass Ausgrenzung, Hänseleien und sogar körperliche Gewalt in der Schule keine Besonderheit sind, zeigt auch eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung, in der bundesweit 3448 Schüler zwischen acht und 14 Jahren befragt wurden. An Haupt-, Real-, Gesamt- und Sekundarschulen sagte jeder Fünfte, diese drei Übergriffsarten im Monat zuvor allesamt erlebt zu haben. In Grundschulen waren es sogar 30 Prozent der Schüler.Auch die Kommentare unter dem Post machen deutlich, dass Mobbing für viele User ein bekanntes Phänomen in der Schulzeit war.Die meisten User nehmen Anteil an den Erlebnissen der heute 33-Jährigen und bewundern ihre Kraft, diese Situation durchgestanden zu haben.Viele kritisieren auch den Umgang von Lehrkräften und der Gesellschaft mit dem Thema Mobbing. “Das ist so traurig. Mir ging es damals ähnlich”, schreibt eine Userin. Auch sie sei von den Lehrern nicht ernstgenommen worden.In ihren Kommentaren unter dem Post macht Anni immer wieder deutlich, dass das Mobbing für immer Teil ihres Lebens sein wird. Auch geholfen habe ihr damals niemand. Sie habe den Brief jedoch veröffentlicht, um anderen das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein. “Ich hoffe sehr, dass das den ein oder anderen zum Nachdenken bringt”, schreibt sie.Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0800/1110111 und 0800/1110222 erreichbar. Auch eine Beratung per E-Mail ist möglich.Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

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